
Jahresrückblick 2010
Nie hätten wir gedacht das uns so etwas mal passiert.
Warum gewisse Sachen passieren weiß, man nicht, aber ich kann sagen das es uns eine Menge gelehrt hat.
Den 23. August werden wir im Leben nicht vergessen. Es war der Tag an dem Chaz weggelaufen ist. Wir hatten Nahnuk und Chaz im Garten bei meinen Eltern gelassen, da wir ein paar Weg erledigen wollten. Später wollten wir uns mit den Hunden treffen.
Nach 1 Stunde rief mich meine Mama an und weinte mir ins Telefon das Chaz weg ist!
Eiskalt lief es mir den Rücken runter wir machten uns sofort auf den Weg um nach ihm zu suchen.
Als wir erfuhren wo es passiert war, ist mir richtig schlecht geworden. Die Jahnallee ist eine sehr stark befahren Hauptstraße mitten in der City von Leipzig. Viele Autos, Straßenbahn und eine große Geräuschkulisse. Jede Straße haben wir abgesucht, in jeden Busch gesehen, Passanten angesprochen. Er wurde von Leuten gesehen doch jedes Mal wenn wir an dem Sichtpunkt angekommen sind, war von Chaz keine Spur.
Es wurde langsam dunkel und wir mussten die Suche einstellen. Zur Ruhe sind wir nicht gekommen, an schlafen war nicht zu denken. Nachts halb drei sind wir wieder losgefahren und haben noch einmal jede Straße abgesucht. Nichts.. Zu Hause ohne Erfolg haben wir das ganze Internet durchsucht um Suchanzeigen zu schalten. Dann ein Anruf vom Veterinäramt, Chaz wurde auf der Galopprennbahn Scheibenholz gesehen. Gott sei Dank!
Mit vielen Helfern sind wir in den Clara-Park gefahren um Chaz zu suchen, Katrin (Züchterin) ist auch mit ihren Hunden gekommen. Wir haben erfahren das man versucht hat ihn einzufangen, leider war er zu ängstlich.
Wir suchten alles ab haben Futterstellen, und Spuren mit unserem Duft gelegt. Ich glaube fast meine ganze Kleidung war im Clara-Park verstreut.
Wir schliefen unter freiem Himmel, im Zelt und eigentlich war der Clara-Park zu unserem 2. zu Hause geworden. Viele verschiedene Leute haben uns angesprochen was wir suchen und haben uns ihre Hilfe angeboten. Unter anderen die Hundeforen Dozig und LE-Dogs. So ist eine riesiger Suchtrupp entstanden. Flyer wurden gedruckt, eine Homepage mit Sichtpunkten, Suchstaffel und Futterstellen wurde errichtet. Es war beeindrucken wie viele Menschen uns geholfen haben. Wir sind zum Radio (Leipzig Radio) gegangen um eine Durchsage zu machen. Alle waren so berührt das uns jeder geholfen hat..
Mittlerweile war Chaz schon mehrere Tage alleine unterwegs, er wurde mehrmals gesehen war aber immer viel zu schnell und ganz scheu. Meine Angst er könnte angefahren werden oder einen Giftköter fressen trug ich immer bei mir.
Dann kam der schlimmste Tag, wir mussten wieder nach Hamburg zurück, wir hatten schon unsere Urlaubstage so weit verlängert um eine Woche nach Chaz zu suchen.
Einen Tag vor der Abreise haben wir einen 24 Std. Suchschicht eingelegt um Chaz vielleicht Nachts zu finden. Sogar Freunde aus der Nähe von Darmstadt, Magdeburg, Halle, Zwenkau und Weimar sind zu dieser Nachtschicht gekommen.
Leider blieb dies, außer ein paar Fuchssichtungen wieder ohne Erfolg. Nun hieß es nur mit einem Hund nach Hause zu fahren und hoffen. Es gab nichts schlimmeres für uns.
Nun mussten wir uns auf die Helfer verlassen die schon eine Woche mit uns gesucht haben. Auf dem Weg nach Hause, die Gedanken ständig bei Chaz, sind wir mit 40 km/h zuviel in geschlossener Ortschaft geblitzt worden. Auch das noch! Dank eines netten Beamten ( warscheinlich Hundefreund) wurde unsere Anhörung milde mit einem Bußgeld bestraft.
Die nächsten Tage waren die Hölle für uns, wir waren 400 km weit weg. Alles was man mit Nahnuk unternommen hat, erinnerte an Chaz. Doch wir mussten Nahnuk aufheitern da er auch sehr gelitten hat. Schließlich hat er die ganz Woche mit gesucht. Von Hamburg aus haben wir versucht, so viel wie möglich zu helfen. Tagelang war keine Sichtung von Chaz und viele hatten die Hoffnung schon aufgegeben. Doch dann kam der 08.09.2010. Wir wollten an diesem Tag zur Polizei gehen um eine Anzeige wegen Fundunterschlagung zu machen. Doch am Nachmittag überschlugen sich plötzlich die Anrufe von Sichtungen, sollte das der Tag sein an dem alles wieder gut wird?
2 ½ Wochen intensiver Suche, Angst, Bangen und Hoffnung sollte alles wieder gut werden.
Eine Frau hat angerufen das er mehrfach im Johannapark gesehen wurde und ganz verwirrt umher rennt. Alle Helfer wurden informiert und haben sich sofort im Johannapark auf die Lauer gelegt. Wir sind völlig übermüdet eingeschlafen, als gegen halb eins das Telefon klingelte und Claudia uns sagte wir könnten losfahren. Was?! Wir haben Chaz !!! Das war der schönste Moment.
Völlig verwirrt haben wir gleich Katrin angerufen um ihr die freudige Nachricht zu erzählen. Sie war völlig aus dem Häuschen..
Ich konnte es immer noch nicht glauben. Sollte der Alptraum endlich vorbei sein?
Als ich früh ein aktuelles Bild von Chaz gesehen habe liefen mir die Tränen, und endlich wurde es mir bewusst das es vorbei war! Am Wochenende konnten wir unseren Keks endlich wieder in die Arme schließen.
Wir können sagen das die 2 1/2 Wochen die schlimmsten in unserem Leben waren. Wir haben jede Minute an Chaz gedacht uns Sorgen gemacht und manchmal nicht mehr weiter gewusst. Doch an einem haben wir die ganze Zeit nie gezweifelt, das Chaz bald wieder bei uns ist.!!
Am 16.10.2010 fand für alle die bei der Suche von Chaz geholfen hatten eine Party statt, bei der natürlich Chaz ausgiebig geknuddelt wurde und der Star des Abends war.
Wir möchten hiermit nochmal an alle einen Riesen Dankeschön sagen, die uns so viel geholfen, unterstützt, getröstet und uns Hoffnung gegeben haben. Ohne die Hilfe hätten wir Chaz nicht wieder bei uns.















